Refona - De Noesten 5-b NL - 9431 TC Westerbork Tel: +31 (0) 593-370035

Respect for Nature

Vogelmilbe

Vogelmilben oder Blutmilben sind kleine wirbellose Tiere, die parasitär leben. Wenn wir sie unter einer Lupe oder einem Mikroskop betrachten, sehen wir, dass sie Spinnen ähneln, auch wenn ihre Beine etwas kürzer sind. Im Verhältnis zu ihren Beinen haben sie einen ziemlich großen Körper, der meist rot oder dunkelgrau gefärbt ist. In der Praxis unterscheiden wir zwei Arten. Die Vogelmilbe Dermanyssus gallinae treffen wir bei Hühnern, Tauben und Volierenvögeln, aber auch bei Nagetieren an. Die Reptilienmilbe Ophionnyssus natricis kommt dagegen nur bei Reptilien vor und hat eine etwas andere Lebensweise.

Entwicklung
Die Entwicklung einer Milbe verläuft in fünf Stadien: Ei, Larve, zwei Nymphenstadien und ein adultes Stadium. Die ideale Temperatur für eine Entwicklung ist 27 ºC und eine Luftfeuchtigkeit von 80%.

Unter normalen Umständen lebt eine Vogelmilbe ungefähr 16 Tage. Bei niedriger Temperatur können manche Milben sogar 40 Tage überleben. Mit Ausnahme des Ei-Stadiums sterben alle anderen Stadien innerhalb von 8 Tagen bei einer Temperatur von über 40 ºC oder unter 3 ºC und einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 30%.



Lebensart
Ein erwachsenes Weibchen kann während ihres Lebens etwa 70 Eier produzieren. Pro Wurf legt sie ca. 20 Eier. Dies macht sie meistens im Dunkeln, auf gut versteckten und leicht feuchten Stellen. Bei Reptilien werden die Eier manchmal sogar auf die Tiere selber gelegt. Man sieht sie dann meistens unter den Schuppen der Augen und rund um den Anus. Unter idealen Umständen können die Milben bereits nach einem Tag schlüpfen. Eier, die bei niedrigen Temperaturen gelegt werden, können wochenlang überleben und so günstigere Umstände abwarten.

Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die nicht in der Lage ist, Nahrung aufzunehmen, sich aber schon über eine geringe Distanz vorwärts bewegen kann. Dieses Stadium dauert ca. zwei Tage. Weil die Larve noch farblos und sehr klein ist, ist sie kaum wahrnehmbar. Nach diesem Stadium entsteht eine Nymphe mit einer harten Haut. Während dieses Stadiums, welches 5-10 Tage dauert, sucht sich die Vogelmilbe zum ersten Mal ein Wirtstier, um Blut abzusaugen. Dadurch bekommt sie eine rote Farbe, wodurch sie besser sichtbar ist. Nach diesem Stadium sucht sich die Nymphe ein Versteck, um zum nächsten Nymphenstadium überzugehen. Dieser Übergang dauert meistens 24 Stunden. Während dieser Zeit ist die Milbe sehr verletzbar. Sie befindet sich in einer weichen, dunkelroten Hülle und kann sich kaum bewegen. Das daraus entstehende erwachsene Exemplar ist in der Lage, sich zu vermehren. Die männlichen Milben sind dreimal so klein wie die Weibchen und nicht so rund und dick. Sie können ihrem Wirtstier während ihres maximal 30 Tage dauerndes Lebens bis zu achtmal Blut absaugen. Nachdem sie sich ein- bis zweimal vollgesaugt haben, suchen sich die Männchen ein Weibchen für die Paarung. Wenn sie sich mit einem Weibchen paaren, das noch keine Nahrung aufgenommen hat, wird dieses Weibchen nur weibliche Milben bekommen. Wenn ein jungfrauliches Weibchen sich einmal mit Blut vollgesaugt hat, ist es dagegen nicht mehr attraktiv für die Männchen; weshalb keine Befruchtung mehr stattfinden wird. Aus den Eiern dieses Weibchens werden sich dann nur Männchen entwickeln.

Ein Weibchen saugt sich während ihres Lebens maximal fünfmal mit Blut voll. Es kann während einer Nahrungsaufnahme das 15-fache seines eigenen Gewichts an Blut aufsaugen.

Vogelmilben befallen ihr Wirtstier jede Nacht, indem sie an den Beinen hochklettern. Gegen Morgen verlassen sie ihren Wirt wieder und suchen einen dunklen und geschützten Ort, um dort den Tag zu verbringen. Reptilienmilben bleiben für eine längere Periode auf dem Wirtstier. Nicht selten sind sie 5 Tage lang zwischen den Schuppen an die Haut gehaftet und saugen dabei ihrem Wirt dauernd Blut ab.

Nachdem sie genug Nahrung aufgenommen haben, machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz, um ihre Eier abzulegen. Während dieser Suche, die meist im Dunkeln stattfindet, können erhebliche Distanzen zurückgelegt werden. Dadurch kann sich ein Vogelmilbenbefall in kürzester Zeit über mehrere Käfige verteilen.



Die Übertragung von Krankheiten
Ein Milbenbefall ist nicht nur lästig für die Tiere, er ist auch gefährlich. Vogelmilben können die unterschiedlichsten Krankheiten und Hautschädigungen verursachen. Eine Ansteckung geschieht hauptsächlich über den Speichel. Auch bei Menschen kann es zu Hautirritationen kommen. Es gibt sogar Menschen, die eine allergische Reaktion zeigen und für die Behandlung einen Arzt aufsuchen müssen. Untersuchungen an diversen Universitäten haben gezeigt, dass Vogelmilben u. a. für die Verbreitung des „Rattenfiebers“, (eine gefährliche Form von Hepatitis) und die „Nagetierkrankheit“ verantwortlich sind. Importierte Reptilien aus Asien und Afrika gehören zu den Risikogruppen. Fast alle solche Tiere tragen Vogelmilben an sich und weisen einen hohen Wert an schädlichen Pathogenen auf. Es ist ratsam, diese Tiere längere Zeit in Quarantäne zu halten. Tiere, die aus der „Nachzucht“ kommen, haben im Allgemeinen keine Probleme mit gefährlichen Krankheiten.


Kontrolle

Es ist sehr wichtig, immer gut zu kontrollieren, ob Vogelmilben vorhanden sind. Das rechtzeitige Einsetzen vonDutchy’s® wirkt sehr gut, solange noch keine größere Population an Vogelmilben entstanden ist.

Dutchy’s®können einen bereits vorhandenen, sogar einen ernsthaften Befall beseitigen, müssen dann aber in größeren Mengen eingesetzt werden, was entsprechend teurer ist. 

Um zu kontrollieren, ob und wie viele Vogelmilben in einem Käfig vorhanden sind, nutzen wir die Gewohnheiten der Parasiten. Wir benutzen ein kleines Kunststoffrohr als Milbenfalle. In dieses Röhrchen legen wir ein Stückchen dünne Wellpappe Wir rollen diese Pappe auf, bis sie genau hineinpasst. Das Röhrchen befestigen wir nun an einer taktischen Stelle im Käfig. In einem Hühnerstall wird dies unter der Hühnerstange sein. Wenn die Vogelmilben gegen Morgen ihr Wirtstier verlassen, suchen sie einen geschützten Platz, um dort den Tag zu verbringen. Viele Milben werden in das Röhrchen und in die Falten der Pappe kriechen. Wenn wir nun die Pappe aus dem Röhrchen holen und auseinanderfalten, sehen wir, ob und wie viele Milben vorhanden sind.